Interview mit Thomas zum Timeless Wisdom Training
Frage: Was ist die Intention des Trainings? Thomas: Wir möchten eine Plattform für einen Bewusstwerdungsprozess schaffen, der sich gleichzeitig in der Welt widerspiegelt. Gemeinsam erkunden wir den immerwährenden Kern aller Traditionen, tauchen ein in die zeitlose Weisheit: Wie kommt sie zum Ausdruck am Anfang des 3. Jahrtausends?
Zu Beginn des Trainings gehen wir in einen radikalen individuellen Klärungsprozess. Wir widmen uns primär der persönlichen Entfaltung, fördern das erleuchtete Potenzial jedes Einzelnen. Durch diese energetische Öffnung entsteht automatisch eine Sehnsucht, auf kollektive Felder zu wirken, einen ureigenen Beitrag zu leisten. Unser Erwachensprozess ist nicht mehr nur Privatsache in einem Gruppenraum, sondern hat einen sichtbaren Einfluss auf die Umwelt. Wir praktizieren, was es heißt, wacher und bewusster in der Welt zu sein, mit einem authentischen Ausdruck, mit der Inspiration und auch mit der Fähigkeit, eigene Projekte konkret zu manifestieren. Unser Dienst in der Welt ist eine wunderbare Form der spirituellen Praxis und der Achtsamkeit – ein Zeichen eines sich öffnenden Bewusstseins, das aus einem Ich, über ein gesundes Wir, hin zum Einen Geschmack erwacht.
Frage: Welche Inhalte werden vermittelt?Thomas: Wir beschäftigen uns mit diversen Fragen: Durch welches Bewusstseinsfeld schauen wir? Was nennen wir Person, was Seele, was nennen wir Gott, was nennen wir transzendente Leere? Und wie können wir alle Ebenen des Bewusstseins erfahren und gleichermaßen transzendieren? Wir legen den Prozess offen, wie wir die Wahrnehmung unserer Wirklichkeit codieren, wie wir unsere Erfahrungen auslegen und verstehen. Wir tauchen ein in verschiedenste Themen: in unsere Verantwortlichkeit mit Geld, Sexualität, Macht, in unsere Beziehungen zu Menschen, in unser Gottbewusstsein. Wir legen die Schichten unseres Bewusstseins frei – verwandeln Blindheit in ein Sehen, integrieren unseren Schatten – und transzendieren sie in ein verantwortliches Leben.
Wir stimmen uns ein auf kollektive Felder: Wie geht es einer Gesellschaftsgruppe, der Erde, der Menschheit? Wie geht es einer Firma, einer politischen Struktur? Was impliziert beispielsweise diese Bewusstseinsarbeit in Bezug auf Unterricht in der Schule? Wir lernen neue Methoden kennen, energetisch wirksam zu sein als Lehrer in einer Klasse, fördern somit das innewohnende Potenzial eines jeden Schülers.
Zunehmend erfahren wir Menschen, Bewusstseinsfelder, Firmen, Wirtschaftsstrukturen oder politische Systeme von innen. Wir lernen zu unterscheiden: Was entspringt unseren Konditionierungen, und was kommt aus dieser immensen Freiheit, die wie das Auge Gottes gerade diesen Augenblick betrachtet – ein Gewahrsein, das alles umarmt. Diese Sichtweise verleiht einen starken Energiefluss, der etwas Neues in die Welt bringt.
Frage: Für wen ist dieses Training gedacht?Thomas: Für jeden, der sich angesprochen fühlt. Das Training hat keine Ausrichtung auf eine Religion und ist nicht für Menschen bestimmter Berufsgruppen limitiert. Egal, wie wir uns ausdrücken ... ob als Ärztin, Künstlerin, Hausfrau, Osteopath oder Politiker. Erfüllt dich beispielsweise deine Mission als Manager in einem Riesenkonzern, dann wirst du diesen Weg mit noch mehr Bewusstsein gehen; vor allem wird sich dein Wahrnehmungsradius erweitern; du erfährst dein Leben zunehmend von innen, fällst Entscheidungen von innen, initiierst neue Projekte. Das kannst du natürlich auch, wenn du Früchte anbaust. Der Kontakt mit der Natur wird noch intensiver ... Und alles, was du anfasst, wird zu Gold. Wir erwarten ein klares Ja für diese 2 bzw. 3 Jahre Training. Das Studium fordert ein Sicheinlassen auf den Prozess der Bewusstseinsentfaltung. Einzig dieses Ja bestimmt, was du mitnimmst. Es ist ein Ja zur eigenen Quelle, zum eigenen Mitgefühl, zur eigenen Liebe, zur eigenen Klarheit, zur eigenen Gottverbundenheit. Und wir stellen einen Raum zur Verfügung, wo Experimente stattfinden, was mit dem Ja passieren kann ...
Frage: Teil des Lehrplanes ist die Verwirklichung eines Projektes während des zweiten Jahres. Wie könnte solch ein Projekt aussehen? Thomas: Der Rahmen ist völlig offen. Jeder kreiert sein eigenes Projekt, schöpft aus seiner ureigenen Quellenanbindung. Es gilt zu experimentieren, wie wir ganz in unsere Visionen einsteigen können und sie konkret Wirklichkeit werden lassen. Abhängig von individuellen Interessen, Vorlieben, Wissen und Erfahrungen, gibt es beispielsweise Projekte in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Gefängnissen; oder in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; oder engagiert in Dritte-Welt-Ländern oder im Gemeinschaftsleben oder großen, kollektiven Heilungsveranstaltungen ... Wie das exakt aussieht, entscheidet jeder selbst. Das ist die Herausforderung des Trainings: Dem eigenen Bewusstseinsstrom zu vertrauen und in tiefer Verbundenheit mit allem ein Kunstwerk zu manifestieren. Natürlich gibt es für diesen Prozess ein Coaching.
Frage: Das ist einerseits ein sehr individueller Prozess, weil durch mein Wesen Wirklichkeit geschöpft wird. Gleichzeitig gehe ich über mein „Ich“ hinaus, werde leerer, gebe mich dem Ganzen, nehme meinen persönlichen Prozess nicht mehr so wichtig ...Thomas: ... Und du sinkst langsam zurück an diesen natürlichen Platz, wo es automatisch ein Geben gibt, ein Dienen der Welt. Gleichzeitig hast du die Fähigkeit – aus deinem Kontakt, sagen wir zum Höheren Selbst oder zur Quelle oder zur Überintelligenz –, Informationen zu erhalten und ihnen einen konkreten Ausdruck zu verleihen. Und dieser ganze Schöpfungsprozess, den wir „Inner Science“ nennen, wird allmählich bewusst: Von dem höchsten Licht wird durch einen Urgedanken eine ganze Wirklichkeit hervorgebracht. Wir sind dann derart bewusst in unserem Leben, dass wir wissen, was stattfindet: von der transzendenten Leere bis hin zu der tiefsten materiellen Erfahrung.
Frage: Das erfordert ein völlig neues Schauen auf die Welt, oder?Thomas: Die Weise, wie wir Wirklichkeit sehen, verändert sich drastisch. Wir beginnen, neue Möglichkeiten zuzulassen. Wir werden mehr und mehr die Erfahrung machen, dass es keine absolute Wahrheit gibt, sondern dass es relative Wahrheiten zu Interpretationsschwerpunkten gibt. Das heißt, wir interpretieren unsere Wirklichkeit entsprechend unseres Bewusstseinsfokus. Erkennen wir, dass nicht jeder die Welt so sieht, wie wir sie sehen, werden wir ganz anders in Beziehungen treten. Wir lernen, unsere Intuition und unsere Inspiration freizulegen und immer mehr danach zu leben: Intuition ist das gekonnte Navigieren im System, im Netz der Wirklichkeit durch unsere Verbindung mit dem Ganzen. Das Freilegen der Landkarte des Menschen – des Einen Menschen – nennen wir Inspiration. Das Empfangen von Information aus unserem Überbewusstsein ist ein Tor, neue Möglichkeiten des Lebens freizulegen. Die Genies aller Zeiten hatten ihre Einsichten aus diesem Kanal.
Frage: Ich lerne sozusagen, Informationen aus dem Bewusstseinsfeld, der Matrix zu „lesen“ und in das direkte Wissen aus der Quelle einzusteigen.Thomas: Je leerer du bist, desto voller bist du gleichzeitig. Das heißt: Je mehr du mit deiner Persönlichkeit identifiziert bist, umso mehr bist du abgeschottet vom Rest der Information. Du bist kontrahiert auf diese Person, und ein Gros aller Information spürst du nicht. Je mehr du von diesem „Jemand sein“ loslässt, das heißt je mehr die Person transzendiert wird, desto leerer bist du augenscheinlich ... und sämtliche Informationen stehen dir jeden Moment zur Verfügung. Jedes Bewusstseinsfeld trägt in sich die komplette Wahrheit, die komplette Information, die komplette göttliche Schöpfungskraft. Lassen wir die Gesamtheit an Information tatsächlich da sein, werden wir immer in den unendlichen Pool an Möglichkeiten schauen. Manche Heilige bezeichnen dies als „Always see God in everything“. Wenn du Gott in allem siehst, ändert sich dein Leben völlig, denn du wirst gelebt von der Gesamtheit. Und jede Information, die du im jeweiligen Moment brauchst, taucht im Nichtwissen auf. Wenn du im Nichtwissen ruhst, wirst du im richtigen Augenblick wissen, wann du dir das Flugticket kaufst für deine Reise in drei Monaten: Du öffnest dich, bist im Einklang mit allem; und wenn intuitiv in dir ein Impuls entsteht, dann buchst du den Flug.
Dein Terminplaner kann ganz voll sein, du managest eine Riesenfirma mit 100000 Angestellten – und du bist leer dabei. Um in der Leere zu sein, musst du nicht in einer Höhle im Himalaja sitzen ... Das Leben kann vollkommen exciting, voller Abenteuer und Energie sein – und gleichzeitig ist dein Zentrum leer. Es ist eine Leere, die sehr lebendig ist. Keine langweilige Leere, die wir als Tod projizieren, sondern eine intensive kraftvolle Leere, aus der alles an die Oberfläche des Bewusstseins gelangen darf – und Schöpfung geschieht.
Frage: Welche Rolle spielt dabei der Körper?Thomas: Der Körper ist das Instrument, mit dem du mit dem gesamten Universum resonierst. Je klarer und erleuchteter dein Body-Mind (Körper-Geist) ist, desto weniger Resistenz gibt es, desto leichter ist dein Leben, weil du auf einer höheren Frequenzebene schwingst. Je höher du schwingst, desto weiter ist dein Radius, den du sehen kannst. Und je offener dein Bewusstsein ist, desto klarer wirst du sehen, auf welcher Bewusstseinsebene ein Mensch sich gerade befindet. Du schaust direkter, mitfühlender und liebevoller auf die Welt. Dies transformiert komplett deine Art, in Beziehung zu treten mit Formen deines Bewusstseins, mit anderen Menschen, mit Bäumen, mit Steinen, mit Häusern, mit Wirtschaftsystemen, mit politischen Systemen, mit Galaxien, mit Universen.
Frage: Dieses Training ist auch eine Heil- und Friedensarbeit: wenn man seinen wirklichen Platz gefunden hat und in Liebe leben kann ...Thomas: Auf jeden Fall. In dem Moment, wo du mehr zurücksinkst in das, wer du wirklich bist, entsteht automatisch Frieden. Wenn der Krieg in dir nachlässt, dann lässt auch der Krieg in der Welt nach. Ein Ansatz heißt ja: Transparent Bodies – Transparente Körper: Alle sehen alles von allen. Und wir unterstützen jeden, seinen Platz in dem Spiel Leben zu finden, die Einzigartigkeit, den erleuchteten Weg auszubilden. Jesus war nicht Buddha und Laotse war nicht Leonardo da Vinci. Sie hatten alle unterschiedliche Formen des Ausdrucks und lebten sehr hohe Realisationen. Eine Vision der Transparenz ist, dass wir am Morgen aufwachen und wissen, wie es jedem in unserer Gemeinschaft, Firma oder Institution geht ... Dass wir unsere Kinder und Partner, Freunde und Arbeitskollegen von innen erfahren und verstehen ... Dass wir sogar eines Tages aufwachen und falls es nur einem Menschen der gesamten Menschheit nicht gut geht, sprich sie oder er nicht an dem Platz des Lebensflusses ruht, wir es alle wissen würden und jeder alles Angebrachte als Unterstützung geben würde, dass auch diese Person ihren Platz findet. Denn uns wäre klar, dass nur dann auch wir ganz an unseren Platz sinken würden.
Ein Lachen im Wind. Stille.
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